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Kuscheltherapie - Was ist das? Was soll das? Was kann das?


Kuscheltherapie verbindet achtsame bedingungslose Berührung, emotionale Offenheit und Intimität, berührt auf allen Ebenen und schafft dadurch einen heilsamen Raum.


Kuscheltherapie ist eine Dienstleistung, für die es ein offenes Herz und einen feinfühligen Körper braucht. Kuscheltherapeuten kreieren für ihre Klienten einen Raum der Intimität und Nähe und kuscheln mit ihnen, als würden sie sie schon ewig kennen. Sie betrachten und achten sie als wertvolle, individuelle und liebenswerte Wesen. Kuscheltherapie begegnet dem Berührungsmangel, einem um sich greifendem Phänomen, da immer weniger Menschen fest in eine unterstützende Familienstruktur oder einen großen Freundeskreis eingebunden sind. Hinzu kommt dass in Partnerschaften oft ein unterschiedliches Nähebedürfnis herrscht.

Wohin sollen sich all diese Menschen wenden? Die Wellnessbranche boomt, Haustiere sind beliebt und Sexarbeiter berichten, dass sich viele Kunden statt Sex, reden und Gehaltensein wünschen. Der Wunsch nach Verbindung und Geborgenheit besteht. Kuscheltherapie schließt diese Angebotslücke und leistet damit nicht nur einen großen Beitrag zum Wohlbefinden der bekuschelten Menschen sondern auch zu deren Gesundheit. Denn die Folgen von Berührungsmangel sind gravierend: Stress und damit einhergehend eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten, Einsamkeit und Depression seien hier genannt. Es gibt weitere. Berührungsmangel kann man nur mit Berührung begegnen, ein offenes Ohr und Verständnis - wie zum Beispiel in der Gesprächstherapie - können unterstützen, aber wirkliche Linderung kann nur durch achtsame Berührung geschehen. (Lies dazu gern mehr in unserem Blogartikel: Über Einsamkeit, Stress und Berührunsgarmut)

Kuscheltherapie erhebt den Körper des Klienten zum Experten. Der Kuscheltherapeut folgt allein dessen Tempo, nichts muss erreicht oder geschafft werden. Langsamkeit ist oft der Schlüssel und das Geschenk ist ein offener weicher Körper, der Zufriedenheit und Glück ausstrahlt.



"Kuscheltherapie? - Ich geh lieber zur Massage!"

"Wunderbar, wenn du wirklich eine Massage brauchst. Aber was, wenn es eher liebevolles Gehaltensein ist, dass dich nähren und entspannen würde?“

Zwischen achtsamer, absichtsloser Berührung, dem emphatischen Kuscheln und rein funktionaler, unemotionaler Berührung, wie z.B. bei einer medizinischen Massage, einem Arzt- oder Friseurbesuch oder Berührungen im sexuellen Kontext gibt es große Unterschiede. Sowohl in der Wahrnehmung des Fühlens als auch in ihrer Wirkungsweise. Viele Menschen kennen nur funktionale oder sexuelle Berührungen und vielleicht noch freundschaftliche Umarmungen. Berühren, ohne sexuelle oder medizinische Absicht, liebevolles Kuscheln ist für viele lang vergessen oder gänzlich neu. Doch Menschen brauchen Streicheleinheiten und Gehaltensein, um sich gesehen und geliebt zu fühlen. So erfahren sie Zugehörigkeit (neben Autonomie eines der ursprünglichsten Grundbedürfnisse), Sicherheit und Geborgenheit.



Berührungserleben - Kuscheln ist nicht gleich Kuscheln

Sex ist nicht gleich Sex, Massage ist nicht gleich Massage und Kuscheln ist nicht gleich Kuscheln. Ob wir uns wohl und sicher fühlen und das Geschehen wirklich genießen können, hängt mit dem Berührungserleben zusammen. Berührungserleben entsteht aus der Verbindung zwischen der eigentlichen Berührung, der Berührungsqualität, und dem damit verknüpften Motiv, welches sich (auch unbewusst) auf den Empfänger überträgt. Berührungen können die schönsten Glücksmomente hervorrufen oder abstoßend, ja sogar verletzend sein. Sie können dazu benutzt werden, um Menschen zu zeigen, dass sie nicht die Kontrolle haben, um sie klein zu machen oder Machtspiele zu spielen. Sie können aufbauend wirken, Wertschätzung und Respekt vermitteln und Liebe und Zuneigung übertragen. Unabhängig davon ob wir in der Lage sind, dies bewusst wahrzunehmen, spürt unser Körper genau, welche Art von Berührung er gerade empfängt und erkennt selbst verborgene Absichten. Er nimmt wahr, ob die angebotene Umarmung, Massage oder Kuscheleinheit wirklich ein bedingungsloses Geschenk oder ein an unlautere Motive geknüpfter Handel ist und reagiert dementsprechend mit Ab- oder Hinwendung, mit An- oder Entspannung. Ein (unbewusster) und häufiger Beweggrund kann der Berührungsmangel oder -hunger sein, welcher sich in Form von Bedürftigkeit vom Gebenden auf den Empfänger überträgt. Dies führt dazu, dass sich der Empfangende benutzt und ausgenutzt, sogar mißbraucht oder vergewaltigt fühlen kann. Deshalb ist die Intention bei jeder Art von Berührung so immens wichtig. Berühren wir den Menschen wirklich gern oder haben wir eigentlich gar keine Lust dazu? Berühren wir ihn, weil wir ihm bedingungslose Zuwendung schenken wollen oder nur, weil wir es selbst genießen, diesen Menschen und seine Haut anzufassen? Berühren wir ihn um etwas und im besten Falle mehr zurückzubekommen? Immer sind die angewendeten Berührungstechniken nur der verlängerte Arm der inneren Einstellung. Jede Agenda überträgt sich und macht zusammen mit der Berührungsqualität das Berührungserleben angenehm oder unangenehm, kann für den Empfänger großen Nutzen schaffen, aber auch Schaden hervorrufen.


Berührungsqualität erwächst aus dem Erlernen von Berührungsvielfalt und dem Praktizieren von Präsenz und Achtsamkeit. Dies geschieht sowohl durch Geben als auch durch häufiges Empfangen von Berührung. Auch müssen die Berührungen dem Gebenden Freude machen. Erfahren wir echte Berührungsqualität, sind wir tief bis ins Innerste berührt. Wir fühlen, dass wirklich wir gemeint und etwas Besonders sind.


Das erklärte Ziel des KuschelRaumes ist es, dass alle Menschen wunderschönes und hochwertiges Berührungserleben erfahren und darüberhinaus auch erlernen, so dass sie sich Berührung selbstverständlich und unverkrampft oft und gerne gegenseitig schenken können.



Was bewirkt Kuscheltherapie?

Die Auswirkungen, Lernfelder und Benefits sind unglaublich vielseitig. Hier seien nur ein paar genannt.

  • Durch achtsame Berührung werden Stresshormone gesenkt und wir treten in einen tiefen Entspannungszustand ein, der es erst möglich macht, dass wir regenerieren und unser Immunsystem auf Hochtouren laufen kann. Wir laden unsere Batterien auf und werden resilienter. Da die empfangenen Berührungsimpulse schneller an das Gehirn weitergeleitet werden als Schmerzimpulse, werden diese quasi überschrieben. Berührung senkt Schmerzen um bis zu 50%.

  • Liebevolle Berührung führt zur Ausschüttung von Oxytocin, einem Hormon, dass uns ein Gefühl der Sicherheit, der Zugehörigkeit und des Vertrauens vermittelt. Da wir uns bedingungslos angenommen fühlen, stellen sich Ruhe und Zufriedenheit ein. Selbstbewusstsein und Selbstliebe wachsen.

  • Mit der Zeit steigt die Körperwahrnehmung. Grenzen und Wünsche werden deutlicher wahrgenommen und können klarer und besser kommuniziert werden. Die Fähigkeit Wohlgefühle und Freude zu empfinden entfaltet sich.

  • Kuscheltherapie schließt das „energetische Loch“, dass so viele von uns in sich tragen: „Alle wollen etwas von mir. Ich gebe und gebe. Ich kann nicht mehr. Ich fühle mich leer, ausgebrannt und hoffnungslos.“ Bedürftigkeit auszustrahlen wirkt weder sexy noch einladend auf unser Gegenüber, welches genau spürt ob wir ein Geschenk oder eine Bürde sein werden und kann verhindern, dass wir nährende Kontakte knüpfen können.


Kuscheltherapie - die Kommunikation der Körper

Umfassende praktische Erfahrung und eine liebevolle Grundeinstellung führen zu intuitiver Körperkommunikation, also der Fähigkeit andere Körper „lesen“ und mit dem eigenen Körper „sprechen“ zu können. Eine harmonische Interaktion bewirkt einen fast magischen Flowzustand. Deshalb ist es unabdingbar, dass Kuscheltherapeuten gut und umfassend ausgebildet sind. Sie haben den Klienten gegenüber eine große Verantwortung, da diese sich im wortwörtlichen Sinne in ihre Hände begeben. Wichtig ist, dass sie über Einfühlungsvermögen und Körperintelligenz verfügen und dass sie eigene herausfordernde Themen bezüglich Nähe und Intimität geklärt haben. Kuscheltherapie, also Kuscheln im professionellen Rahmen, sollte nicht leichtfertig angeboten werden.



Was ist der Unterschied zwischen einem Kuscheltherapeuten und einem Profikuschler, bzw. einem Kuschler/einer Kuschlerin?

Soweit ich weiß, haben alle eine Ausbildung für professionelles Kuscheln absolviert und sich ernsthaft mit den Themen Berührung, Nähe und Intimität auseinandergesetzt. Allerdings unterscheiden sich die Ausbildungen in der Länge, im Umfang und der Vielfalt der erforschten Themen.

Wir im KuschelRaum glauben, dass professionelles Kuscheln mehr ist als nur zu berühren. Es erfordert weitreichende Fähigkeiten, z.B. den entspannten und professionellen Umgang mit den herausfordernden Themen unserer Klienten und den damit einhergehenden Emotionen. Deshalb ist unsere Ausbildung so umfangreich und deshalb nennen wir es Kuscheltherapie und deren Anbieter Kuscheltherapeuten.


Du möchtest eine Kuschelsession genießen? Hier erfährst du mehr über unsere Angebote zur Kuscheltherapie.


Du willst selbst zum Geschenk werden und Kuscheltherapie anbieten? Hier findest du unser Ausbildungsangebot.


Wir freuen uns auf dich im KuschelRaum.


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